Mit Social Media zum eigenen Online-Netzwerk
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Mit Social Media zum eigenen Online-Netzwerk

Der Duden kennt das Wort «Networking» erst seit 2004. Doch in der Versicherungsberatung gehört die Pflege des eigenen Beziehungsnetzes seit jeher zu den zentralen Erfolgsfaktoren. Auch im Zeitalter der Digitalisierung sind persönliche Kontakte und Empfehlungen der beste Garant für einen nachhaltig wachsenden Kundenstamm und langfristige Mandate. Am Wert der Verbindlichkeit hat sich also seit Gründung der ersten Versicherungsgesellschaft im Jahr 1765 kaum etwas verändert. Wohl aber an den Möglichkeiten zum Knüpfen und Pflegen von Kontakten – dank Social Media. Heute zeigen wir Ihnen, wie Sie die modernen Medien als Booster für Ihr Netzwerk nutzen können.

Facebook, LinkedIn & Co.

Jeder kennt die Namen der wichtigsten Social-Media-Plattformen, fast jeder hat ein Profil hier und dort – aber die wenigsten von uns nutzen es gezielt für ihr Networking. Einer der Gründe für diese Zurückhaltung dürfte in der Schweizer Mentalität liegen. Anders als in vielen südlichen Ländern oder in den USA gilt es bei uns immer noch als aufdringlich, unaufgefordert und ohne triftigen Grund Fremde anzusprechen. So wie der Schwatz mit dem unbekannten Sitznachbarn im Bus bei uns vermieden wird, so werden auch auf Social Media vor allem Kontakte gepflegt, die man bereits persönlich kennt. Und das, obwohl genau hier Millionen von Menschen nur ein paar Klicks weit entfernt sind.

 

Frisch gewagt ist halb genetworkt

Der erste Ratschlag für erfolgreiches Networking auf Social Media lautet deshalb: nur Mut! Wer sein Netzwerk erweitern will, kommt nicht darum herum, auch unbekannte Personen anzufragen. Das heisst nun aber nicht, dass Sie gleich mit der Tür ins Haus fallen sollen. Stellen Sie sich stattdessen erst einmal vor und erklären Sie, aus welchem Grund Sie an einem Austausch interessiert sind. Erwähnen Sie auch Möglichkeiten für Synergien oder bieten Sie Hilfe und eigene Ressourcen an. Wer nur profitieren will und selber nichts gibt, darf sich nicht wundern, wenn er schnell wieder aus der Kontaktliste gestrichen wird.

 

Kleine Zeichen erhalten die Freundschaft

Interaktion ist der Motor jedes sozialen Netzwerks. Wer ständig online ist, aber nur die Beiträge anderer konsumiert, ohne je selbst etwas zu posten, macht sich unsichtbar oder wird – noch schlimmer – als Voyeur empfunden. Umgekehrt ist jede Spur, die wir anderswo hinterlassen auch ein Wegweiser, der zu unserem eigenen Profil führt. Scheuen Sie also nicht davor zurück, Inhalte zu liken, zu teilen oder – noch besser – zu kommentieren. Besonders viele Möglichkeiten dafür bieten sich, wenn Sie Themenführern und anderen spannenden Persönlichkeiten folgen und mit ihnen resp. ihren Postings interagieren.

 

Mitreden mit Mass

Wer die anfängliche Hemmung vor dem Austausch via Social Media überwunden hat, findet laufend neue Gelegenheiten zur Interaktion. Aber Achtung: Mehr Präsenz bedeutet nicht automatisch mehr Erfolg! Wer alles Mögliche kommentiert, dabei aber nichts Relevantes zu sagen hat, weckt kaum Sympathien. Das gleiche gilt für plumpe Eigenwerbung oder sogenanntes «Hard Selling». Überzeugen Sie potenzielle Kunden und Geschäftspartner stattdessen lieber mit Kompetenz und schaffen Sie konkrete Mehrwerte, zum Beispiel mit fachlichen Ergänzungen zum Thema oder persönlichen Erfahrungsberichten.

 

Wo schwimmt mein Fisch?

Jede Social-Media-Plattform hat ihre eigenen Gesetze und Schwerpunkte. Deshalb muss man sich gut überlegen, wo und wie man sich engagieren will. Wer an der Zielgruppe vorbei kommuniziert, findet unter Umständen zwar viele Gleichgesinnte – aber keine Kunden oder Geschäftskontakte. Wenn Sie nicht wissen, welche Social-Media-Kanäle sich für Ihr Networking eignen, kann es hilfreich sein, die Online-Präsenz von Mitbewerbern zu beobachten. Hier eine kurze Übersicht der wichtigsten Plattformen:

 


LinkedIn eignet sich für die Vernetzung mit Geschäftspartnern, Arbeitskollegen und Firmen. Interessengruppen bieten überdies ideale Voraussetzungen für den Ausbau des eigenen Netzwerks. Um geeignete Gruppen zu finden empfiehlt es sich, verschiedenen Hashtags wie z.B. #versicherungsberatung oder #kundenbeziehung zu folgen. Auf Basis Ihrer Interessen und Interaktionen schlägt LinkedIn ausserdem neue User und Gruppen vor, mit denen Sie Ihr Netzwerk laufend erweitern können.

 


Xing bietet ähnliche Funktionen wie LinkedIn und viele User besitzen auf beiden Business-Plattformen ein Profil. Auch hier lohnt es sich, gezielt nach interessanten Gruppen Ausschau zu halten und sich aktiv am fachlichen Austausch zu beteiligen. Xing ist vor allem im deutschsprachigen Raum präsent und verfügt insgesamt über weniger Mitglieder als der direkte Konkurrent. Wer internationale Kontakte knüpfen möchte, ist deshalb bei LinkedIn besser aufgehoben.

 

 



Facebook ist allen Skandalen und Unkenrufen zum Trotz nach wie vor die meistgenutzte Social-Media-Plattform weltweit. Private Kontakte stehen hier im Vordergrund. Falls Sie Ihr Profil (auch) für geschäftliches Networking nutzen wollen, sollten Ihre Beiträge aber entsprechend gestaltet sein – nicht jeder möchte seinen Versicherungsberater in Badehosen am Strand sehen. Dank der Suchfunktion findet man rasch Gruppen zu allerlei Branchenthemen. Oder man gründet selber eine und ist als Administrator automatisch Anlaufstelle für neue Kontakte.

 

 



Twitter ist spätestens seit der Wahl von Donald Trump in aller Munde, wird in der Schweiz aber immer noch eher verhalten genutzt. Neben politischen Statements findet man hier vor allem Expertenwissen, welches einfach geteilt und kommentiert werden kann. Auch eigene Tweets sind dank der einfachen Handhabung (und reduzierten Möglichkeiten) schnell erstellt. Um up-to-date zu bleiben empfiehlt es sich, wichtigen Unternehmen und Personen zu folgen. Für nachhaltiges Networking sind andere Plattformen jedoch besser geeignet.

 

 

Instagram ist Teil des Facebook-Universums und ebenfalls primär für eine private Nutzung konzipiert. Der Kanal hat sich auf die Verbreitung von Bildern und Informationen in Bildform spezialisiert und ist deshalb gerade für die eher junge Zielgruppe eine beliebte Inspirationsquelle. Da die Optik hier entscheidend ist, müssen Inhalte nicht nur relevant sein, sondern auch gut aussehen. Ebenfalls wichtig ist die Verwendung von Hashtags, dank denen themenspezifische Inhalte unabhängig vom Absender gesucht werden können.

 

 

YouTube gehört zu Google und gilt heute neben dieser als zweitgrösste Suchmaschine der Welt. Das Videoportal wird in der Businesswelt meist für die Verbreitung von Werbe- und Imagespots, Unternehmens- und Mitarbeitervorstellungen sowie Interviews verwendet. Ebenfalls beliebt sind How-to-Videos zu allen erdenklichen Themen – zum Beispiel «Networking auf Social Media». 😉

Mit einem eigenen Channel lassen sich zwar Kontakte knüpfen und pflegen. Es handelt sich aber sicher um einen vergleichsweise aufwändigen und schwierigen Weg.

Autorin
Nadine Staude

Marketing & Kommunikation VBV / AFA, Studentin MSc International Management; «Begeistern statt verkaufen – so lautet die Devise bei Social Media. Ein faszinierendes und vielschichtiges Tool für private und geschäftliche Zwecke.»