Mit Wissensdurst von 0 auf 100
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Mit Wissensdurst von 0 auf 100

Von der Lernenden zur eidgenössisch diplomierten Versicherungsfachfrau und nach kurzer Verschnaufpause weiter zur Versicherungswirtschafterin – in Sachen Karriere lässt Nathalie Bossi nichts anbrennen. Ihr Beispiel beweist, dass es für Fortbildung nicht nur nie zu spät ist, sondern auch nie zu früh. Die aufgeweckte Durchstarterin Nathalie Bossi erzählt im Interview von ihrer noch kurzen, aber bereits imposanten Karriere in der Versicherungsbranche.

Frau Bossi, wie war es für Sie so kurz nach dem Lehrabschluss bereits die Ausbildung zur eidgenössisch diplomierten Versicherungsfachfrau zu machen?

Der rasche Start war nur dank der Unterstützung meines Arbeitgebers möglich. Je nach Modul hatte ich an zwei bis drei Abenden pro Woche Unterricht, und das bei einem Arbeitspensum von 100 %. Freizeit, Freunde und Hobbies mussten in dieser Zeit oft zurückstehen, da das Vorbereiten, Lernen und Nachbearbeiten an erster Stelle stand. Nur so war es möglich, die Ausbildung innerhalb kurzer Zeit abzuschliessen. Natürlich war es nicht immer leicht, nach einem anstrengenden Arbeitstag abends noch motiviert für die Schule zu sein. Aber ich hatte einfach Lust, mein Fachwissen zu vertiefen. Besonders spannend und nützlich fand ich dabei die Wahlmodule Einzelleben, berufliche Vorsorge und Sozialversicherungen. Der Lernstoff war zum Glück auch sehr praxisorientiert und konnte bereits nach einigen Lektionen im Alltag eingesetzt werden. Auch die Diskussionen in der Klasse haben mir geholfen, das Erlernte anzuwenden. Nach nur 18 Monaten durfte ich so als damals jüngste Absolventin mit Stolz mein Diplom entgegennehmen.

 

Würden Sie die Ausbildung weiterempfehlen?

Klar! Es ist eine solide und nützliche Ausbildung für jeden, der sich für eine Zukunft in der Versicherungsbranche interessiert. 

 

Welchen praktischen Nutzen hatte die Ausbildung für Sie?

Ich verstand nun die grösseren Zusammenhänge in einer Versicherung sowie die Bedürfnisse und Anforderungen der verschiedenen Stakeholder in der Unternehmung. Mein vernetztes Denken und die Kompetenzen in der Problemlösung wurden geschult und kamen im Alltag immer öfter zum Einsatz. So konnte ich nach der Weiterbildung auch bald mehr Aufgaben und Verantwortung übernehmen.

 

War das Ihre Motivation, im Anschluss gleich noch die HFV zu absolvieren?
Nicht nur. Ich legte erst Mal eine kurze Pause ein und machte einen Englisch-Sprachaufenthalt in Hawaii. Doch schon bald packte mich der fachliche Wissensdurst aufs Neue. Den Ausschlag gab schlussendlich eine Infoveranstaltung der Höheren Fachschule Versicherung HFV in Bern. Die vielfältigen Studienfächer der Ausbildung waren ganz nach meinem Geschmack, und mit dem Versicherungsfachausweis in der Tasche konnte ich das Studium wiederum innerhalb von nur 18 Monaten absolvieren. Da ich bereits damals wusste, dass die HFV nicht die letzte Station für mich sein würde, habe ich mich für einen Höhereintritt  entschieden. Ein HF-Abschluss gibt mir die Möglichkeit, später verschiedene Weiterbildungen abzuschliessen und auch in anderen Bereichen der Branche Erfahrungen zu sammeln.

 

Wie haben Sie die Ausbildung an der HFV erlebt?

Da der Studiengang mangels Anmeldungen in Bern nicht durchgeführt werden konnte, habe ich die Ausbildung schlussendlich an der HFV in Basel absolviert. Rückblickend betrachtet war das ein Glücksfall, denn wir hatten eine wunderbare Klassendynamik. Auch die Klassengrösse war mit 14 Personen ideal. Einserseits wurden wir von den Lehrkräften gezielt gefördert, andererseits konnten wir untereinander von den unterschiedlichen Erfahrungen profitieren und unser Netzwerk ausbauen. Der Unterricht fand montags sowie teilweise auch samstags statt, was für mich ebenfalls besser passte als der Abendunterricht. Die grösste Herausforderung war es, neben der Arbeit die verschiedenen Aufgaben, Teamarbeiten, Präsentationen und Prüfungen fristgerecht zu erledigen, auch in Stresssituationen. Dafür braucht es schon einige Selbstdisziplin. Doch es hat sich gelohnt: Ich habe durch diese Ausbildung nicht nur mein Fachwissen in verschiedenen Gebieten vertieft, sondern auch neue Freunde gefunden.

 

Wie hat sich der erfolgreiche Abschluss als diplomierte Versicherungswirtschafterin HF auf Ihre Karriere ausgewirkt?

Als Fachberaterin Berufliche Vorsorge wurden mir zusätzliche Aufgaben anvertraut. So fungiere ich nun als Kontaktperson zwischen unserer Generaldirektion in Winterthur und der Generalagentur und kann mein Wissen als Fachexpertin für den beruflichen Vorsorgebereich einfliessen lassen. Zu meiner täglichen Arbeit gehören auch die Aus- und Weiterbildung der Vorsorgeberater sowie die Ausarbeitung und Durchführung von Marktbearbeitungsstrategien. Ich begleite und unterstütze den Generalagenten, die Verkaufsleiter und Vorsorgeberater bei der Beratung von Unternehmen und führe auch selber Kundengespräche.

 

Was würden Sie jemandem raten, der in der Versicherungsbranche Karriere machen möchte?

Eine Weiterbildung ist auf jeden Fall eine spannende und empfehlenswerte Herausforderung. Sie fördert nicht nur das Fachwissen, sondern auch verschiedene andere Kompetenzen, die auf dem weiteren Lebensweg nützlich sind. Ausserdem bieten sich in der Schule exzellente Gelegenheiten um ein Netzwerk aufzubauen und dies auch aktiv zu nutzen. Dass die Jobaussichten mit einer Weiterbildung besser sind, liegt auf der Hand. Schliesslich sind Digitalisierung, agiles Arbeiten, künstliche Intelligenz und lebenslanges Lernen Themen, die sich rasch entwickeln und um die heute niemand mehr herumkommt. Darum ist es wichtig, sich Ziele zu setzten und auf diese hinzuarbeiten. Dabei sind auch kleine Erfolge immer ein Grund zum Feiern. Es ist wichtig, auf das Erreichte stolz zu sein, denn jeder Fortschritt zeugt von Selbstdisziplin, Lernbereitschaft und Ausdauer.
 

Autorin
Nathalie Bossi

Nathalie Bossi, Fachberaterin Berufliche Vorsorge, AXA «Auf das Erreichte darf man zu Recht stolz sein, denn jeder Fortschritt zeugt von Selbstdisziplin, Lernbereitschaft und Ausdauer.»