Wenn der Lehrer von den Schülern lernt
Markus Zäch interviewt Dominik Nagy
Markus Zäch interviewt Dominik Nagy

Wenn der Lehrer von den Schülern lernt

Das Wunderbare an Wissen ist, dass es zunimmt, wenn man es teilt. Das Milizsystem im Aus- und Weiterbildungswesen der Schweizer Versicherungsbranche bietet deshalb allen die Chance zu persönlichem Wachstum. Egal ob als Dozent oder als Studierender – wer mitmacht, ist immer auf dem neuesten Stand und lernt laufend dazu. Einer, der die Zeichen der Zeit erkannt hat, ist Dominik Nagy. In unserem Interview verrät der hauptberufliche Versicherungsbroker, warum er als Fachdozent am Lehrgang «Versicherungsfachleute mit eidg. Fachausweis» der Akademie St. Gallen mitwirkt.

Herr Nagy, können Sie uns kurz ihre bisherige Laufbahn in der Versicherungsbranche beschreiben?

Bereits während des Studiums als Betriebsökonom habe ich gemerkt, dass mich die Prozesse in KMUs besonders interessieren. Nach zehn Jahren bei verschiedenen Versicherungsgesellschaften erfolgte darum 2014 der Wechsel zur RVT Versicherungs-Treuhand AG. Hier berate ich als Mandatsleiter Unternehmen und öffentlich-rechtliche Institutionen – also ein rundum gelungener Schritt auf dem Karriereweg.

 

Seit mehr als fünf Jahren begleiten Sie zudem als Dozent an der Akademie St. Gallen junge Versicherungsfachleute auf dem Weg zum eidgenössischen Fachausweis. Wie ist es dazu gekommen?

In meiner beruflichen Funktion habe ich auch vorher schon viele Schulungen und Präsentationen durchgeführt. Diese Tätigkeit macht mir Spass, und so habe ich nicht lange gezögert, als ich von Branchenkollegen angefragt wurde, an der Akademie zu unterrichten.

 

Und was gefällt Ihnen an der Dozententätigkeit?

Die Aufgabe ist eine schöne Abwechslung zum beruflichen Alltag und ausserdem sehr spannend und vielseitig. Einerseits ist der Unterricht für mich die grösste Motivation, fachlich selber am Ball zu bleiben. Andererseits versuche ich immer auch eigene Erfahrungen aus der Praxis einfliessen zu lassen.

 

Sie kombinieren also die Theorie mit praktischem Wissen? Wie können wir uns das vorstellen?

Nehmen wir zum Beispiel das Modul «Vertrieb und Support». Hier werden oft bereits in der Aufgabenstellung Praxisbeispiele verlangt. Nicht nur von uns Dozenten – auch die Schüler bringen ihre Erfahrungen aktiv ein.

 

Dann kann der Lehrer also von den Schülern lernen?

Das passiert gar nicht so selten und ist sicher eine der schönsten Seiten dieser Tätigkeit. Aufgrund der wechselnden Klassenzusammensetzung entstehen immer wieder lebhafte Diskussionen, bei denen ich Wissen von meinen Studenten aufschnappen kann.

 

Wie werden die Studierenden an der Akademie St. Gallen auf die Fachprüfung vorbereitet?

Im 6. Block findet bereits eine erste Repetition des Stoffes sowie eine einfache Prüfungssimulation statt. Am letzten Unterrichtstag werden zudem Repetitionsfragen beantwortet und ein Fallbeispiel gelöst. In Zusammenarbeit mit der Akademie bieten wir nach der schriftlichen Prüfung ausserdem zur Vorbereitung eine freiwillige Simulation der mündlichen Prüfung an. Auch dieses Angebot wird von den Studierenden rege genutzt.

 

Letzte Frage: Welche Auswirkungen hat Ihre Rolle als Dozent auf den Berufsalltag?

Nur positive! Zum Beispiel das stetig wachsende Branchennetzwerk und die fortlaufende Aktualisierung des eigenen Fachwissens. Auch das Marktverständnis wird durch die vielen Diskussionen mit Mitarbeitenden von Versicherungsgesellschaften und Brokern in verschiedensten Funktionen laufend geschärft.

 

 

 

 

Dominik Nagy, Fachdozent an der Akademie St. Gallen und Mandatsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung bei der RVT Versicherungs-Treuhand AG
«Stillstand bedeutet Rückschritt, somit gehört das lebenslange Lernen einfach dazu.»

Autor
Markus Zäch

Markus Zäch, Leiter Rechnungswesen, Treuhand & Finanzen bei der Akademie St. Gallen; «Im Zweifel entscheide das Richtige!»

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